Franz Xaver Nissl
Typ
Person
Datierung / Lebensdaten
Fügen, Österreich 1731 – 1804 Fügen, Österreich
Biographie
Franz Xaver Nißl (auch Nissl; * 26. Juli 1731 in Fügen im Zillertal; † 4. Dezember 1804 ebendort)[1] war ein bedeutender Tiroler Bildhauer. Sohn des „Bäckenwirt“, lernte sein Handwerk beim Haller Bildhauer Gregor Fritz vermutlich zwischen 1745 und 1750, und dann mit höchster Wahrscheinlichkeit in München beim Bayerischen Hofbildhauer Johann Baptist Straub. Um 1756 eröffnete er seine eigene Werkstätte in Fügen. Nißl löste sich später vom höfischen Rokoko und fand zu einem selbständigen naturalistischen Stil, der Münchner Eleganz mit Tiroler Bodenständigkeit verbindet und etwa in den Büßerfiguren der Fiechter Stiftskirche einen Höhepunkt findet (1773-74). Zuvor hatte er dort die Reliefs auf den Stuhlwangen der Kirchengestühls gestaltet, weiters ein Chorgestühl und eine Kanzel (beides verloren gegangen, ebenso wie der Großteil der Werke, die er für Seitenaltäre in Fiecht anfertigte). Einer seiner frühesten größeren Aufträge dürfte 1759 der Fiechter Notburga-Altar gewesen sein, von dem nur zwei Statuen, nämlich die Heiligen Wendelin und Isidor, sowie zwei Puttengruppen erhalten sind (eine davon befindet sich im Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck.
Bedeutsame Plastiken entstanden beispielsweise für die Pfarrkirchen Eben am Achensee, Gerlos, Alpbach und Fügen, Reliefs mit Darstellung der Vierzehn Nothelfer und der Steinigung des Stephanus sowie ein nur mehr in einzelnen Figuren erhaltener Altar um 1765 für die Pfarrkirche von Stumm im Zillertal.[2]
Im fortgeschrittenen Alter baute er auch Krippen: Um 1780 für die Dekanatskirche Fügen, 1794 für die Kapelle der Brixener Hofburg (Wechselkrippe mit Weihnachts- und Fastenzyklus, gut 500 Figuren), jetzt im Diözesanmuseum. Weitere Nißl-Krippen in Privatbesitz.
Obwohl Nißl in Fügen zwölf Bildhauergesellen beschäftigte und die Werkstätte von seinem Neffen Franz Seraficus Nissl (1771-1855) weitergeführt wurde, sind außer diesem und allenfalls Anton Huber (* 3. März 1768 in Fügen; † 4. März 1840 in Fügen) keine Schüler zu nennen. Er selbst starb unverheiratet.[3]
80 Stuhlwangen, 1772-1773
Stiegenhaus, Gästebereich 2007
Anmerkungen [Bearbeiten]
↑ geschichte-tirol.com Fidler-Draxler gibt den 1. Dezember an.
↑ Webseite(Gemeinde Stumm)
↑ Bemerkenswerter Schüler des Franz Serafikus war dann Johann Baptist Pendl (* 22. Juni 1791 † 14. März 1859) aus Galler in Aschau im Zillertal, der 1816 nach Meran ging.
Literatur [Bearbeiten]
Österreichisches Bundesdenkmalamt (Hg), Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs – Tirol, Schroll, Wien 1980: 229f., 262ff.;
Ringler, Josef: Alte Tiroler Weihnachtskrippen, Universitätsverl. Wagner, 1969; 184 Seiten
Wirtenberger, Hans: Von alten Zillertaler Krippen und ihren Künstlern, in: Der Krippenfreund, 83 (1996) 4, 169-172.
Fidler-Daxer, Dr. Elisabeth: Ikonographie der Fiechter Stuhlwangen, Absam, 1995. - 113 S., 10 Bilder. Zugl.: Innsbruck, Univ., Dipl.-Arb., 1993. ISBN 3-900627-01-0
Hölzl, G.: Franz Xaver Nissl (1731-1804), Phil. Diss., Innsbruck 1977
Albert Ilg: Nissl, Franz der Ältere. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23. Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 704 f.
Weblinks [Bearbeiten]
Ekkart Sauser: Franz Xaver Nißl. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 15, Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8, Sp. 1111–1112.
Krippe im Diözesanmuseum Brixen
Personendaten
NAME Nißl, Franz Xaver
KURZBESCHREIBUNG Bildhauer
GEBURTSDATUM 26. Juli 1731
GEBURTSORT Fügen
STERBEDATUM 4. Dezember 1804
STERBEORT Fügen
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Xaver_Ni%C3%9Fl“
Objekte in der Sammlung
11
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2026-05-12T05:37:07Z
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Nissl Franz Xaver
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Franz Xaver Nißl (auch Nissl; * 26. Juli 1731 in Fügen im Zillertal; † 4. Dezember 1804 ebendort)[1] war ein bedeutender Tiroler Bildhauer. Sohn des „Bäckenwirt“, lernte sein Handwerk beim Haller Bildhauer Gregor Fritz vermutlich zwischen 1745 und 1750, und dann mit höchster Wahrscheinlichkeit in München beim Bayerischen Hofbildhauer Johann Baptist Straub. Um 1756 eröffnete er seine eigene Werkstätte in Fügen. Nißl löste sich später vom höfischen Rokoko und fand zu einem selbständigen naturalistischen Stil, der Münchner Eleganz mit Tiroler Bodenständigkeit verbindet und etwa in den Büßerfiguren der Fiechter Stiftskirche einen Höhepunkt findet (1773-74). Zuvor hatte er dort die Reliefs auf den Stuhlwangen der Kirchengestühls gestaltet, weiters ein Chorgestühl und eine Kanzel (beides verloren gegangen, ebenso wie der Großteil der Werke, die er für Seitenaltäre in Fiecht anfertigte). Einer seiner frühesten größeren Aufträge dürfte 1759 der Fiechter Notburga-Altar gewesen sein, von dem nur zwei Statuen, nämlich die Heiligen Wendelin und Isidor, sowie zwei Puttengruppen erhalten sind (eine davon befindet sich im Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck.<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Bedeutsame Plastiken entstanden beispielsweise für die Pfarrkirchen Eben am Achensee, Gerlos, Alpbach und Fügen, Reliefs mit Darstellung der Vierzehn Nothelfer und der Steinigung des Stephanus sowie ein nur mehr in einzelnen Figuren erhaltener Altar um 1765 für die Pfarrkirche von Stumm im Zillertal.[2]<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Im fortgeschrittenen Alter baute er auch Krippen: Um 1780 für die Dekanatskirche Fügen, 1794 für die Kapelle der Brixener Hofburg (Wechselkrippe mit Weihnachts- und Fastenzyklus, gut 500 Figuren), jetzt im Diözesanmuseum. Weitere Nißl-Krippen in Privatbesitz.<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Obwohl Nißl in Fügen zwölf Bildhauergesellen beschäftigte und die Werkstätte von seinem Neffen Franz Seraficus Nissl (1771-1855) weitergeführt wurde, sind außer diesem und allenfalls Anton Huber (* 3. März 1768 in Fügen; † 4. März 1840 in Fügen) keine Schüler zu nennen. Er selbst starb unverheiratet.[3] <br class="linefeed" />80 Stuhlwangen, 1772-1773<br class="linefeed" /> Stiegenhaus, Gästebereich 2007<br class="linefeed" /> <br class="linefeed" /><br class="linefeed" /> Anmerkungen [Bearbeiten]<br class="linefeed" />↑ geschichte-tirol.com Fidler-Draxler gibt den 1. Dezember an. <br class="linefeed" />↑ Webseite(Gemeinde Stumm) <br class="linefeed" />↑ Bemerkenswerter Schüler des Franz Serafikus war dann Johann Baptist Pendl (* 22. Juni 1791 † 14. März 1859) aus Galler in Aschau im Zillertal, der 1816 nach Meran ging. <br class="linefeed" /> Literatur [Bearbeiten]<br class="linefeed" />Österreichisches Bundesdenkmalamt (Hg), Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs – Tirol, Schroll, Wien 1980: 229f., 262ff.; <br class="linefeed" />Ringler, Josef: Alte Tiroler Weihnachtskrippen, Universitätsverl. Wagner, 1969; 184 Seiten <br class="linefeed" />Wirtenberger, Hans: Von alten Zillertaler Krippen und ihren Künstlern, in: Der Krippenfreund, 83 (1996) 4, 169-172. <br class="linefeed" />Fidler-Daxer, Dr. Elisabeth: Ikonographie der Fiechter Stuhlwangen, Absam, 1995. - 113 S., 10 Bilder. Zugl.: Innsbruck, Univ., Dipl.-Arb., 1993. ISBN 3-900627-01-0 <br class="linefeed" />Hölzl, G.: Franz Xaver Nissl (1731-1804), Phil. Diss., Innsbruck 1977 <br class="linefeed" />Albert Ilg: Nissl, Franz der Ältere. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23. Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 704 f. <br class="linefeed" /> Weblinks [Bearbeiten]<br class="linefeed" />Ekkart Sauser: Franz Xaver Nißl. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 15, Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8, Sp. 1111–1112. <br class="linefeed" />Krippe im Diözesanmuseum Brixen <br class="linefeed" />Personendaten <br class="linefeed" />NAME Nißl, Franz Xaver <br class="linefeed" />KURZBESCHREIBUNG Bildhauer <br class="linefeed" />GEBURTSDATUM 26. Juli 1731 <br class="linefeed" />GEBURTSORT Fügen <br class="linefeed" />STERBEDATUM 4. Dezember 1804 <br class="linefeed" />STERBEORT Fügen <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Xaver_Ni%C3%9Fl“
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