Sie befinden sich hier: Startseite > Sammlung > 1600-2019

"Il Callotto resuscitato, oder Neü eingerichtes Zwerchen Cabinet", Blatt 01, Titelblatt "Zwerg_in"Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]

Martin Engelbrecht (1684 – 1756)

Wilhelm Engelbert Koning (Verlag)

Datierung 1716

Material / Technik Kupferstich auf Papier

Blattmaß [H. x B.] 32,4 x 21 cm

Systematik Karikatur

Sammlung Grafik

Inventar-Nr. 1600-2019

Creditline Salzburg Museum, Sammlung Günther G. Bauer (Dauerleihgabe Salzburger Museumsverein)

Kurzbeschreibung Im Zentrum des Stiches zeitgenössischer "Zwergenkarikatur" ist eine Wappenkartusche mit dem Titel zu sehen, die von einem bocksfüßigen Satyr in Händen gehalten wird. Vegetabile Motive und Musikinstrumente schmücken die rollwerkartige Rahmung der Kartusche. Als Krönung der Kartusche ist über dem Kopf des Satyrs ein geflochtener Korb platziert, in dem sich verschiedene "Zwergenfiguren" angeregt unterhalten oder sich umschauen. Als weitere alles umfassende Rahmung gesellt sich Laub- und Bandelwerk dazu, das einerseits in fratzenhafte Gesichter, andererseits in florale Motive ausläuft. Besiedelt ist der Rahmen überdies von einem sitzenden Mann mit breitkrempigem Hut, der vor auf-gepinnten Druckwerken sitzt und eine Pfeife raucht, von zwei Äffchen in den oberen Ecken und einem Mann, der sich gleich einem "Marionettenspieler" über die gesamte Szene beugt. "Zwerg_in"Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]

Beschreibung Vergleichbare Darstellungen erfreuten sich in der Frühneuzeit großer Beliebtheit und sind in der Kunst des Barock vielfach in den verschiedensten Medien vertreten. Unter anderem in der Druckgrafik begegnen – meist mit erklärenden Texten versehen – männliche und weibliche Figuren, die in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Rollenbildern wohlbekannte menschliche Schwächen und Laster karikieren. Diese Karikaturen arbeiten dabei einerseits mit abwertenden Darstellungsweisen von Menschen mit "Kleinwuchs", andererseits sind zahlreiche antisemitische, antitürkische, allgemein fremdenfeindliche oder rassistische und auch sexistische Inhalte zu finden. Sie sind als wichtige Zeugnisse des derb-verletzenden und ausgrenzenden Humors ihrer Zeit zu betrachten, der wenige Gruppen der Gesellschaft zu schonen scheint.

Key
e341ea83-dae1-46b2-bded-f75cad180f65
Module_ref
collection
Create_date
2022-03-21T11:11:30Z
Change_date
2023-11-12T23:00:00Z
Sync_date
2024-11-04T09:03:34Z
Container_s
AufId206
Container_Key_s
56675d4f-187d-454f-b576-cc546cafbe74
Container_Text_S
Grafik
Container_Text_S_sort
Grafik
InventoryNumber_S
1600-2019
InventoryNumber_S_sort
1600-2019
Title_S
"Il Callotto resuscitato, oder Neü eingerichtes Zwerchen Cabinet", Blatt 01, Titelblatt
Title_S_sort
"Il Callotto resuscitato, oder Neü eingerichtes Zwerchen Cabinet", Blatt 01, Titelblatt
ShortDescription_s
Im Zentrum des Stiches zeitgenössischer "Zwergenkarikatur" ist eine Wappenkartusche mit dem Titel zu sehen, die von einem bocksfüßigen Satyr in Händen gehalten wird. Vegetabile Motive und Musikinstrumente schmücken die rollwerkartige Rahmung der Kartusche. Als Krönung der Kartusche ist über dem Kopf des Satyrs ein geflochtener Korb platziert, in dem sich verschiedene "Zwergenfiguren" angeregt unterhalten oder sich umschauen. Als weitere alles umfassende Rahmung gesellt sich Laub- und Bandelwerk dazu, das einerseits in fratzenhafte Gesichter, andererseits in florale Motive ausläuft. Besiedelt ist der Rahmen überdies von einem sitzenden Mann mit breitkrempigem Hut, der vor auf-gepinnten Druckwerken sitzt und eine Pfeife raucht, von zwei Äffchen in den oberen Ecken und einem Mann, der sich gleich einem "Marionettenspieler" über die gesamte Szene beugt.
Dating_s
1716
YearFrom_I
1716
YearTo_I
1716
Systematic_s
Karikatur
MaterialTechnique_s
Kupferstich auf Papier
LongDescription_s
Vergleichbare Darstellungen erfreuten sich in der Frühneuzeit großer Beliebtheit und sind in der Kunst des Barock vielfach in den verschiedensten Medien vertreten. Unter anderem in der Druckgrafik begegnen – meist mit erklärenden Texten versehen – männliche und weibliche Figuren, die in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Rollenbildern wohlbekannte menschliche Schwächen und Laster karikieren. Diese Karikaturen arbeiten dabei einerseits mit abwertenden Darstellungsweisen von Menschen mit "Kleinwuchs", andererseits sind zahlreiche antisemitische, antitürkische, allgemein fremdenfeindliche oder rassistische und auch sexistische Inhalte zu finden. Sie sind als wichtige Zeugnisse des derb-verletzenden und ausgrenzenden Humors ihrer Zeit zu betrachten, der wenige Gruppen der Gesellschaft zu schonen scheint.
Creditline_s
Salzburg Museum, Sammlung Günther G. Bauer (Dauerleihgabe Salzburger Museumsverein)
WebPro_ShortDescription_S
Im Zentrum des Stiches zeitgenössischer "<a href="#" class="vocabulary" data-id="29940">Zwergenkarikatur</a>" ist eine Wappenkartusche mit dem Titel zu sehen, die von einem bocksfüßigen Satyr in Händen gehalten wird. Vegetabile Motive und Musikinstrumente schmücken die rollwerkartige Rahmung der Kartusche. Als Krönung der Kartusche ist über dem Kopf des Satyrs ein geflochtener Korb platziert, in dem sich verschiedene "Zwergenfiguren" angeregt unterhalten oder sich umschauen. Als weitere alles umfassende Rahmung gesellt sich Laub- und Bandelwerk dazu, das einerseits in fratzenhafte Gesichter, andererseits in florale Motive ausläuft. Besiedelt ist der Rahmen überdies von einem sitzenden Mann mit breitkrempigem Hut, der vor auf-gepinnten Druckwerken sitzt und eine Pfeife raucht, von zwei Äffchen in den oberen Ecken und einem Mann, der sich gleich einem "Marionettenspieler" über die gesamte Szene beugt. <span class="vocabulary" data-id="29940"><span class="title">"Zwerg_in"</span><span class="description">Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]</span></span>
WebPro_ShortDescription_S_sort
Im Zentrum des Stiches zeitgenössischer "<a href="#" class="vocabulary" data-id="29940">Zwergenkarikatur</a>" ist eine Wappenkartusche mit dem Titel zu sehen, die von einem bocksfüßigen Satyr in Händen gehalten wird. Vegetabile Motive und Musikinstrumente schmücken die rollwerkartige Rahmung der Kartusche. Als Krönung der Kartusche ist über dem Kopf des Satyrs ein geflochtener Korb platziert, in dem sich verschiedene "Zwergenfiguren" angeregt unterhalten oder sich umschauen. Als weitere alles umfassende Rahmung gesellt sich Laub- und Bandelwerk dazu, das einerseits in fratzenhafte Gesichter, andererseits in florale Motive ausläuft. Besiedelt ist der Rahmen überdies von einem sitzenden Mann mit breitkrempigem Hut, der vor auf-gepinnten Druckwerken sitzt und eine Pfeife raucht, von zwei Äffchen in den oberen Ecken und einem Mann, der sich gleich einem "Marionettenspieler" über die gesamte Szene beugt. <span class="vocabulary" data-id="29940"><span class="title">"Zwerg_in"</span><span class="description">Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]</span></span>
WebPro_Title_S
"Il Callotto resuscitato, oder Neü eingerichtes <a href="#" class="vocabulary" data-id="29940">Zwerchen</a> Cabinet", Blatt 01, Titelblatt <span class="vocabulary" data-id="29940"><span class="title">"Zwerg_in"</span><span class="description">Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]</span></span>
WebPro_Title_S_sort
"Il Callotto resuscitato, oder Neü eingerichtes <a href="#" class="vocabulary" data-id="29940">Zwerchen</a> Cabinet", Blatt 01, Titelblatt <span class="vocabulary" data-id="29940"><span class="title">"Zwerg_in"</span><span class="description">Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]</span></span>
Disclaimer_I
0
Subjects_Search_s
Martin Engelbrecht (1684 – 1756), Wilhelm Engelbert Koning (Verlag)
lists_s
Dimensions,GeographicReferences,Subjects,Media
list_Dimensions_I
1
Dimensions_Type_0_s
Blattmaß [H. x B.]
Dimensions_Dimension_0_s
32,4 x 21 cm
list_GeographicReferences_I
0
list_Subjects_I
2
Subjects_Name_0_s
Engelbrecht
Subjects_FirstName_0_s
Martin
Subjects_SortedName_0_S
Engelbrecht Martin
Subjects_SortedName_0_S_sort
Engelbrecht Martin
Subjects_DisplayName_0_S
Martin Engelbrecht (1684 – 1756)
Subjects_DisplayName_0_S_sort
Martin Engelbrecht (1684 – 1756)
Subjects_Key_0_s
bb19acbb-ce80-4c12-8872-8411145ceb15
Subjects_Name_1_s
Wilhelm Engelbert Koning (Verlag)
Subjects_SortedName_1_S
Wilhelm Engelbert Koning (Verlag)
Subjects_SortedName_1_S_sort
Wilhelm Engelbert Koning (Verlag)
Subjects_DisplayName_1_S
Wilhelm Engelbert Koning (Verlag)
Subjects_DisplayName_1_S_sort
Wilhelm Engelbert Koning (Verlag)
Subjects_Key_1_s
205e32ff-1b67-47e7-9bba-1b8860819c96
list_Media_I
1
Media_Key_0_s
54acdd69-2679-4c72-8380-ba7e46bc83fd
_version_
1814782322289934300
lists
[object Object]
specialDistanceCase
false
hasDistanceText
0
 

Hinweis

Das Salzburg Museum distanziert sich ausdrücklich von allen diskriminierenden, ausgrenzenden sowie menschenverachtenden Inhalten und nationalsozialistischer Propaganda in Sammlung Online.
Ausschließlich zum Zweck der Forschung und Bildung bleiben problematische Inhalte sichtbar. Problematische Begriffe werden in Einzelfällen beibehalten, insofern sie Originalbezeichnungen bzw. (bisher) nicht ersetzbare Begriffe in der Kunst- und Kulturgeschichte sind. Zur Kennzeichnung werden sie in Anführungszeichen gesetzt und durch ein Glossar erklärt.

Problematische Objekte: Mehr zum Projekt | Glossar