Martin Engelbrecht (1684 – 1756)
Wilhelm Engelbert Koning (Verlag)
Datierung
1716
Material / Technik
Kupferstich auf Papier
Blattmaß [H. x B.]
32,4 x 21 cm
Systematik
Karikatur
Sammlung
Grafik
Inventar-Nr.
1600-2019
Creditline
Salzburg Museum, Sammlung Günther G. Bauer (Dauerleihgabe Salzburger Museumsverein)
Kurzbeschreibung
Im Zentrum des Stiches zeitgenössischer "Zwergenkarikatur" ist eine Wappenkartusche mit dem Titel zu sehen, die von einem bocksfüßigen Satyr in Händen gehalten wird. Vegetabile Motive und Musikinstrumente schmücken die rollwerkartige Rahmung der Kartusche. Als Krönung der Kartusche ist über dem Kopf des Satyrs ein geflochtener Korb platziert, in dem sich verschiedene "Zwergenfiguren" angeregt unterhalten oder sich umschauen. Als weitere alles umfassende Rahmung gesellt sich Laub- und Bandelwerk dazu, das einerseits in fratzenhafte Gesichter, andererseits in florale Motive ausläuft. Besiedelt ist der Rahmen überdies von einem sitzenden Mann mit breitkrempigem Hut, der vor auf-gepinnten Druckwerken sitzt und eine Pfeife raucht, von zwei Äffchen in den oberen Ecken und einem Mann, der sich gleich einem "Marionettenspieler" über die gesamte Szene beugt. "Zwerg_in"Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]
Beschreibung
Vergleichbare Darstellungen erfreuten sich in der Frühneuzeit großer Beliebtheit und sind in der Kunst des Barock vielfach in den verschiedensten Medien vertreten. Unter anderem in der Druckgrafik begegnen – meist mit erklärenden Texten versehen – männliche und weibliche Figuren, die in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Rollenbildern wohlbekannte menschliche Schwächen und Laster karikieren. Diese Karikaturen arbeiten dabei einerseits mit abwertenden Darstellungsweisen von Menschen mit "Kleinwuchs", andererseits sind zahlreiche antisemitische, antitürkische, allgemein fremdenfeindliche oder rassistische und auch sexistische Inhalte zu finden. Sie sind als wichtige Zeugnisse des derb-verletzenden und ausgrenzenden Humors ihrer Zeit zu betrachten, der wenige Gruppen der Gesellschaft zu schonen scheint.
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"Il Callotto resuscitato, oder Neü eingerichtes Zwerchen Cabinet", Blatt 01, Titelblatt
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Im Zentrum des Stiches zeitgenössischer "Zwergenkarikatur" ist eine Wappenkartusche mit dem Titel zu sehen, die von einem bocksfüßigen Satyr in Händen gehalten wird. Vegetabile Motive und Musikinstrumente schmücken die rollwerkartige Rahmung der Kartusche. Als Krönung der Kartusche ist über dem Kopf des Satyrs ein geflochtener Korb platziert, in dem sich verschiedene "Zwergenfiguren" angeregt unterhalten oder sich umschauen. Als weitere alles umfassende Rahmung gesellt sich Laub- und Bandelwerk dazu, das einerseits in fratzenhafte Gesichter, andererseits in florale Motive ausläuft. Besiedelt ist der Rahmen überdies von einem sitzenden Mann mit breitkrempigem Hut, der vor auf-gepinnten Druckwerken sitzt und eine Pfeife raucht, von zwei Äffchen in den oberen Ecken und einem Mann, der sich gleich einem "Marionettenspieler" über die gesamte Szene beugt.
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Vergleichbare Darstellungen erfreuten sich in der Frühneuzeit großer Beliebtheit und sind in der Kunst des Barock vielfach in den verschiedensten Medien vertreten. Unter anderem in der Druckgrafik begegnen – meist mit erklärenden Texten versehen – männliche und weibliche Figuren, die in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Rollenbildern wohlbekannte menschliche Schwächen und Laster karikieren. Diese Karikaturen arbeiten dabei einerseits mit abwertenden Darstellungsweisen von Menschen mit "Kleinwuchs", andererseits sind zahlreiche antisemitische, antitürkische, allgemein fremdenfeindliche oder rassistische und auch sexistische Inhalte zu finden. Sie sind als wichtige Zeugnisse des derb-verletzenden und ausgrenzenden Humors ihrer Zeit zu betrachten, der wenige Gruppen der Gesellschaft zu schonen scheint.
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Salzburg Museum, Sammlung Günther G. Bauer (Dauerleihgabe Salzburger Museumsverein)
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Im Zentrum des Stiches zeitgenössischer "<a href="#" class="vocabulary" data-id="29940">Zwergenkarikatur</a>" ist eine Wappenkartusche mit dem Titel zu sehen, die von einem bocksfüßigen Satyr in Händen gehalten wird. Vegetabile Motive und Musikinstrumente schmücken die rollwerkartige Rahmung der Kartusche. Als Krönung der Kartusche ist über dem Kopf des Satyrs ein geflochtener Korb platziert, in dem sich verschiedene "Zwergenfiguren" angeregt unterhalten oder sich umschauen. Als weitere alles umfassende Rahmung gesellt sich Laub- und Bandelwerk dazu, das einerseits in fratzenhafte Gesichter, andererseits in florale Motive ausläuft. Besiedelt ist der Rahmen überdies von einem sitzenden Mann mit breitkrempigem Hut, der vor auf-gepinnten Druckwerken sitzt und eine Pfeife raucht, von zwei Äffchen in den oberen Ecken und einem Mann, der sich gleich einem "Marionettenspieler" über die gesamte Szene beugt. <span class="vocabulary" data-id="29940"><span class="title">"Zwerg_in"</span><span class="description">Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]</span></span>
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