"Chonokape Ein Häuptling der Ottoe Indianer" (Originaltitel) "Häuptling"Mit dem Begriff "Häuptling" wurden (und werden) politische Machthaber zu kolonisierender oder bereits kolonisierter Gebiete unabhängig von bestehenden Eigenbezeichnungen, jeglicher politischen Realität sowie großen gesellschaftlichen Unterschieden pauschalisierend benannt. Nicht selten wurden durch die Kolonialmacht zudem "Häuptlinge" erstmals eingesetzt, um bestehende politische Gefüge zu zerschlagen und Abhängigkeiten zu erzeugen. Der Begriff ist durch seinen Gebrauch noch heute geprägt von einer kolonialistischen und eurozentrischen Weltsicht, der die Herabstufung nicht-europäischer Gesellschaftsformen selbstverständlich innewohnt. Eine weibliche Form des Begriffs fehlt bezeichnender Weise. Der Begriff "Häuptling" begegnet zahlreich in Objektbeschreibungen aus einer eurozentrischen Perspektive oder als Bezeichnung für Sammlungsobjekte, die stereotypisierende Darstellungsweisen einer kolonialen Bildtradition wiedergeben. Er wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe oder Umschreibungen ersetzt bzw. wird der Begriff in Anführungszeichen verwendet (z. B. bei originalen Werktiteln).
"Indianer_in"Der Begriff "Indianer_in" wurde und wird zur Bezeichnung verschiedener Bevölkerungsgruppen Amerikas verwendet, die hier bereits zu vorkolonialen Zeiten siedelten. Der Begriff "Indianer_in" gilt wie die vergleichbaren Begriffe "Ureinwohner_in", "Indigene" etc. heute auch im deutschen Sprachgebrauch als überholt und abzulehnen, da es sich um eine Fremdbezeichnung kolonialistisch-diskriminierender Tradition handelt, die der Abgrenzung der kolonisierten Menschengruppen von den weißen Invasor_innen und Siedler_innen diente und Unterdrückung bis Genozid zur Folge hatte. Je nach Kontext wurde oder wird durch den Begriff eine kulturelle Minderwertigkeit der bezeichneten Gesellschaften postuliert, oder aber eine romantisierende "Ursprünglichkeit", der die Annahme eines kulturellen Gefälles genauso innewohnt. Zudem werden unter dem Begriff zahlreiche unterschiedliche Gesellschaften zusammengefasst, die sprachlich und kulturell keine Einheit bilden. Der Begriff weicht somit von der tatsächlichen Lebensrealität und individuellen Geschichte der bezeichneten Menschen ab, generalisiert und verklärt diese.
Die Zuschreibung "Indianer_in" begegnet zahlreich in Beschreibungen aus einer eurozentrischen, kolonialen und diskriminierenden Perspektive. Der Begriff ist außerdem als Bezeichnung für Sammlungsobjekte anzutreffen, die stereotypisierende Darstellungsweisen einer rassistischen Bildtradition wiedergeben und koloniale Gewalttaten verharmlosen oder verherrlichen. Der Begriff "Indianer_in" wird deshalb nur mit Anführungszeichen verwendet (z. B. bei originalen Werktiteln) und möglichst durch treffendere Begriffe oder Umschreibungen ersetzt.
Gruppenübergreifende Eigenbenennungen wie "Native Americans", "First Nations" oder "Pueblos Originarios" sind dem Begriff "Indianer_in" im heutigen Sprachgebrauch vorzuziehen, gelten aber nicht als unumstritten. Im konkreten Fall gilt die spezifische Eigenzeichnung einzelner Gruppen als beste Alternative. [Stand: 24.08.2022]
dieser nach Hubert Sattler (1817 – 1904)
Datierung um 1850
Material / Technik Aquarell auf Papier
Blattmaß [H. x B.] 32 x 24,4 cm
Systematik Figur Mann
Sammlung Grafik
Inventar-Nr. 3578-49
Creditline Salzburg Museum
Kurzbeschreibung Bildnis des Chono Ca Pe, ein Oberhaupt der Otoe. Nach einer Arbeit des Künstlers Charles Bird King.
