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Il Callotto resuscitato, oder Neü eingerichtes Zwerchen Cabinet, Blatt 49, Porzellana Kinkank "Zwerg_in"Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]

Martin Engelbrecht (1684 – 1756)

Wilhelm Engelbert Koning (Verlag)

Datierung 1716

Material / Technik Kupferstich auf Papier, koloriert

Blattmaß [H. x B.] 32,2 x 21 cm

Systematik Karikatur

Sammlung Grafik

Inventar-Nr. 1648-2019

Creditline Salzburg Museum, Sammlung Günther G. Bauer (Dauerleihgabe Salzburger Museumsverein)

Kurzbeschreibung Die Darstellung in zeitgenössischer "Zwergenkarikatur" der "Porzellana Kinkank, Kuey Chinkim Choam Eine Mogolische Prinzessin, deß Lapländischen obristen land Küchlmeister in der Insul Deserta Nutsch Moloff, Gemahlin" ist gerahmt von einem figural durchzogenen Laub- und Bandelwerk und versehen mit dem begleitenden Vers: "Ich bin durch unglükh zwar in dise Länder kommen, / Nach dem die Rauber mich sambt hab und gutth entnommen, / Mein Adelicher Geist, manier und hoher Standt / Wurdt durch der Götter gschik der welt doch bald bekandt, / Das Endlich Nutsch Molof mich zur gemahl begehret / Und mein Vollkommenheit hoch schäzet und verehret." "Zwerg_in"Der Begriff "Zwerg" ist dann als problematisch einzuordnen, wenn er für kleinwüchsige Menschen verwendet wird. Diese Form einer problematischen Zuschreibung wird deshalb möglichst durch treffendere Begriffe ersetzt. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um den originalen Werktitel handelt oder wenn keine genaueren Kenntnisse zum Objekt in Erfahrung zu bringen sind, wird die Bezeichnung in Anführungszeichen verwendet. Ausgenommen sind Objektbeschreibungen, die "Zwerge" als mythologische, sagenhafte Gestalten besprechen. Es fällt jedoch schwer, die zugehörige Bildtradition von der der sogenannten "Hofzwerge" klar abzugrenzen. Ausgehend von der Sitte, kleinwüchsige Menschen an Höfen zu versammeln, um sie zur Schau zu stellen und fürstlichen Wunderkammern einzuverleiben, entstanden in Europa spätestens seit der Renaissance zahlreiche herabwürdigende Darstellungsformen, die meist grotesk überzeichnet sind. Noch bis ins 19. und 20. Jahrhundert gab es – auch in Salzburg – Theaterstücke und Schauspiele, bei denen kleinwüchsige Menschen als "Zwerge" auftraten. [Stand: 14.01.2022]

Beschreibung Vergleichbare Darstellungen erfreuten sich in der Frühneuzeit großer Beliebtheit und sind in der Kunst des Barock vielfach in den verschiedensten Medien vertreten. Unter anderem in der Druckgrafik begegnen – meist mit erklärenden Texten versehen – männliche und weibliche Figuren, die in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Rollenbildern wohlbekannte menschliche Schwächen und Laster karikieren. Diese Karikaturen arbeiten dabei einerseits mit abwertenden Darstellungsweisen von Menschen mit "Kleinwuchs", andererseits sind zahlreiche antisemitische, antitürkische, allgemein fremdenfeindliche oder rassistische und auch sexistische Inhalte zu finden. Sie sind als wichtige Zeugnisse des derb-verletzenden und ausgrenzenden Humors ihrer Zeit zu betrachten, der wenige Gruppen der Gesellschaft zu schonen scheint.

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Die Darstellung in zeitgenössischer "Zwergenkarikatur" der "Porzellana Kinkank, Kuey Chinkim Choam Eine Mogolische Prinzessin, deß Lapländischen obristen land Küchlmeister in der Insul Deserta Nutsch Moloff, Gemahlin" ist gerahmt von einem figural durchzogenen Laub- und Bandelwerk und versehen mit dem begleitenden Vers: "Ich bin durch unglükh zwar in dise Länder kommen, / Nach dem die Rauber mich sambt hab und gutth entnommen, / Mein Adelicher Geist, manier und hoher Standt / Wurdt durch der Götter gschik der welt doch bald bekandt, / Das Endlich Nutsch Molof mich zur gemahl begehret / Und mein Vollkommenheit hoch schäzet und verehret."
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Vergleichbare Darstellungen erfreuten sich in der Frühneuzeit großer Beliebtheit und sind in der Kunst des Barock vielfach in den verschiedensten Medien vertreten. Unter anderem in der Druckgrafik begegnen – meist mit erklärenden Texten versehen – männliche und weibliche Figuren, die in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Rollenbildern wohlbekannte menschliche Schwächen und Laster karikieren. Diese Karikaturen arbeiten dabei einerseits mit abwertenden Darstellungsweisen von Menschen mit "Kleinwuchs", andererseits sind zahlreiche antisemitische, antitürkische, allgemein fremdenfeindliche oder rassistische und auch sexistische Inhalte zu finden. Sie sind als wichtige Zeugnisse des derb-verletzenden und ausgrenzenden Humors ihrer Zeit zu betrachten, der wenige Gruppen der Gesellschaft zu schonen scheint.
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Salzburg Museum, Sammlung Günther G. Bauer (Dauerleihgabe Salzburger Museumsverein)
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